5 Hebel zur Senkung des Energieverbrauchs einer Fabrik
Fünf Hebel, mit denen Industriestandorte ihren Energieverbrauch dauerhaft senken.

Fünf sich ergänzende Hebel strukturieren heute die meisten industriellen Vorgehensweisen. Suffizienz, Effizienz, Abwärmenutzung, Energiemix, Ökodesign: Jeder Hebel erfordert andere Mittel.
1. Suffizienz: Verschwendung beenden
Einen Verbrauch zu senken beginnt damit, den zugrunde liegenden Bedarf zu hinterfragen, noch bevor eine technische Investition erwogen wird.
Energiesuffizienz ist sehr häufig der Hebel, der die größten Einsparungen erzielt, ohne schwere Investitionen zu erfordern. Es geht schlicht darum, im Alltag aufmerksamer zu sein.
Ein erheblicher Teil der in einem Werk verbrauchten Energie entspricht keiner tatsächlichen Produktion. Eine Anlage, die am Wochenende im Standby bleibt, eine Heizung, deren Zeitprogramm nicht mehr zum Betrieb passt, oder eine Linie, die bei Stillstand eingeschaltet bleibt. Diese Abweichungen bleiben unsichtbar, solange keine feine Erfassung sie sichtbar macht.
Ein Industriestandort, der ein Netz von Unterzählern installiert, stellt oft fest, dass 10 bis 15 % seiner Rechnung auf diesen Restverbrauch ohne Bezug zur Produktion entfallen. Die Korrektur erfordert keine schwere Investition, sondern nur eine geänderte Vorgabe.
2. Energieeffizienz: mehr herstellen mit weniger Energie
Bei gleicher Produktion zielt Energieeffizienz darauf ab, für dasselbe Ergebnis weniger zu verbrauchen.
Diese Vorgehensweise wird dauerhaft über ein Energiemanagementsystem strukturiert. Die an gezielten Anlagen erreichten Gewinne, Pumpen, Motoren, Lüftung, werden anschließend über eine genaue Erfassung je Verbraucher überprüft. Eine Software für Energiemanagement erlaubt es, diese Gewinne nach der IPMVP-Methode zu belegen.
Wie bereits erwähnt, erfolgt die Investition erst, wenn Nutzung und Einstellungen optimiert sind. Ein Standort, der dann seine Pumpen mit festem Volumenstrom durch Modelle mit Frequenzumrichtern ersetzt, kann bei diesem Verbraucher einen Rückgang des Verbrauchs in der Größenordnung von 10 % nachweisen.
3. Abwärme nutzen
Ein wesentlicher Teil der in einem Werk verbrauchten Energie geht als verlorene Wärme ab, statt genutzt zu werden.
In einem Industrieofen dienen nur 20 bis 40 % der Brennstoffenergie tatsächlich dem Prozess. Der Rest entweicht als Brüden, Rauchgase oder Kühlwasser, eine Wärme, die jedoch in den Prozess zurückgeführt oder andernorts am Standort genutzt werden kann.
Ein Standort der Lebensmittelindustrie, der die Wärme seiner Kälteanlagen zurückgewinnt, um sein Prozesswasser vorzuwärmen, veranschaulicht diese Vorgehensweise.
Für Standorte, die noch mehr Wärme erzeugen, etwa Abfallverbrennungsanlagen, gibt es Lösungen, um aus dieser Abwärme Strom zu erzeugen und zu verkaufen.
4. Entwicklung des Energiemix: den Anteil fossiler Energien senken
Den Anteil fossiler Energien am Verbrauch eines Standorts zu senken, verringert zugleich die Rechnung und die Abhängigkeit von deren Preisschwankungen.
Wärme macht mehr als 40 % der von der Industrie verbrauchten Endenergie aus, und ein großer Teil stammt weiterhin aus fossilen Quellen. Eine erneuerbare Quelle oder eine Rückgewinnung einzuführen, auch nur teilweise, verändert dieses Gleichgewicht dauerhaft.
Ein Werk, das in den Wechsel von einem Ölkessel zu einem Biomassekessel investiert, verringert seine Abhängigkeit von Importen fossiler Energien und damit seine Anfälligkeit für die Schwankungen der Ölpreise. Zudem lassen sich mit dem Wechsel von Heizöl zu Biomasse die CO2-Emissionen dieses Kessels um den Faktor 10 senken.
5. Die Einbindung des Werks in sein Umfeld
Die Umweltwirkung eines Gebäudes bereits in der Planung zu begrenzen, ist ebenfalls sehr wirksam, erfordert jedoch schwere Investitionen, umfangreiche Überlegungen und eine Abstimmung mit benachbarten Unternehmen, Anwohnern und Behörden.
Auf Ebene eines Quartiers oder einer Stadt können bestimmte Infrastrukturen und Ressourcen gemeinsam genutzt werden, etwa Heizung oder Kühlung.
In Abstimmung mit den Nachbarn lässt sich noch weiter gehen. Was für ein Unternehmen Abfall ist, kann für ein anderes eine wertvolle Ressource sein, insbesondere bei Wärme.
Rechenzentren, die Industriegebäuden gleichgestellt sind, sind dafür bekannt, viel Wärme zu erzeugen. In Zusammenarbeit mit einem Fernwärmebetreiber kann ein Rechenzentrum seine Wärme nutzen, um Warmwasser für die Bewohner der Stadt bereitzustellen.
Ein Energiemanagementsystem (EnMS) einzuführen ist der erste Schritt
Wie zuvor erläutert, sind Suffizienz und Energieeffizienz die Hebel, die die geringsten Investitionen erfordern und die meisten Ergebnisse liefern, und das schnell.
Sie setzen ein EnMS voraus, also Werkzeuge zur feinen Messung der Energieverbräuche und personelle Mittel, um diese Daten auszuwerten und Korrekturmaßnahmen zu empfehlen.
Seit über 10 Jahren begleitet Qualisteo Unternehmen bei der Einführung von EnMS, mit Energieeinsparungen von durchschnittlich 12,4 % im Jahr 2025.
Quellen:
- ADEME, Hebel zur Dekarbonisierung der Industrie
- Französisches Ministerium für den ökologischen Wandel
- Actu Environnement, Dossier zur industriellen Abwärme
- IntechOpen, Erfahrungsberichte aus dem Programm Industrial Assessment Centers
- Energy Efficiency (Springer Nature), systematische Übersicht 2005-2024
- Journal of Cleaner Production, Managementfaktoren energetischer Investitionen


